Bidirektionales Laden 2026: V2L, V2H und V2G erklärt

Ein Elektroauto kann Strom nicht nur laden, sondern auch wieder abgeben – an Geräte, ans Haus oder ins Stromnetz. 2026 kommen in Deutschland die ersten Angebote für Privatkunden auf den Markt. Wir erklären die Begriffe und zeigen, welche Modelle was können.
Kurz und knapp
Beim bidirektionalen Laden gibt das E-Auto Strom wieder ab: an Geräte (V2L), ans Haus (V2H) oder ins Netz (V2G). Für V2H und V2G brauchen Sie eine bidirektionale DC-Wallbox, für V2G zusätzlich einen Smart Meter. Die ersten V2G-Angebote zahlen einen Bonus für die Ansteckzeit: bei BMW und VW bis zu 720 Euro im Jahr, bei Mercedes ohne feste Obergrenze.
- bis 720 €V2G-Bonus pro Jahr (BMW/E.ON, VW/Elli)
- 11 kWDC-Wallboxen von BMW und Mercedes
- ab 77 kWhoder ID. Software 6 – Voraussetzung für V2G bei VW
- seit 01/2026Netzentgelte beim Zwischenspeichern nur einmal (ADAC)
Was bedeutet bidirektionales Laden?
Strom fließt in beide Richtungen. Das Auto lädt an der Wallbox und kann die gespeicherte Energie später wieder abgeben. Das ist interessant, weil ein Auto die meiste Zeit des Tages steht und seine Batterie oft größer ist als ein Heimspeicher.
Man unterscheidet drei Stufen. Sie bauen technisch aufeinander auf, verlangen aber unterschiedlich viel Ausrüstung.
| Begriff | Was passiert | Wofür | Nötige Technik |
|---|---|---|---|
| V2L – Vehicle to Load | Auto gibt Strom an einzelne Geräte ab | Camping, Werkzeug, E-Bike, Kaffeemaschine | Steckdose im Auto oder Adapter an der Ladebuchse |
| V2H – Vehicle to Home | Auto versorgt das eigene Haus | Solarstrom vom Tag abends nutzen | Bidirektionale DC-Wallbox, Energiemanagement im Haus |
| V2G – Vehicle to Grid | Auto speist ins öffentliche Netz ein | Netz stabilisieren, Bonus vom Stromanbieter | Bidirektionale DC-Wallbox, Smart Meter, passender Tarif |
Quellen: ADAC (Bidirektionales Laden, 02.07.2025; Vehicle-to-Grid, 12.05.2026), Škoda Storyboard (Epiq-FAQ, 14.09.2026), BMW Group PressClub (09.02.2026).

Was ist 2026 in Deutschland erlaubt?
Die wichtigste Hürde ist gefallen. Laut ADAC gelten E-Autos seit dem 1. Januar 2026 nach der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes als Stromspeicher. Wer Strom ins Netz zurückspeist und später wieder lädt, zahlt die Netzentgelte nur einmal. Bis dahin wurde zwischengespeicherter Strom doppelt belastet – der TÜV-Verband nannte das im Juni 2025 einen Hauptgrund, warum sich bidirektionales Laden selten rechnete.
Einige Punkte sind noch offen. Ob auch die Stromsteuer auf rückgespeisten Strom entfällt, wird laut ADAC noch geprüft. Die Bundesnetzagentur stellt mit ihrer Festlegung „MiSpeL“ bidirektionale Wallboxen stationären Speichern gleich und vereinheitlicht Messung und Abrechnung. Für V2G brauchen Sie ein intelligentes Messsystem; ein einfacher Zweirichtungszähler reicht nicht. Die Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, die Einspeisung ins Netz braucht eine Genehmigung.
Quellen: ADAC (Geld verdienen mit dem E-Auto, 12.05.2026), TÜV-Verband (Pressemitteilung 18.06.2025). Steuerliche Fragen klären Sie bitte mit einem Steuerberater; wir geben keine Rechts- oder Steuerberatung.
Welche Autos können bidirektional laden?
V2L bieten inzwischen viele Modelle, V2H und V2G nur wenige – und meist nur mit bestimmter Batterie, Software und Wallbox. Im Volkswagen-Konzern hängt es vor allem an der Batteriegröße und der Softwareversion. Die Tabelle zeigt den Stand nach Herstellerangaben und ADAC.
| Modell | V2L | V2H | V2G | Quelle, Stand |
|---|---|---|---|---|
| VW ID.3, ID.4, ID.5, ID.7, ID. Buzz (ab 77 kWh netto, Software 3.5) | – | ja, mit DC-Heimkraftwerk | Angebot mit Elli, Bestellung ab Ende 2026 geplant | VW Newsroom 12/2023, electrive 06/2026 |
| Cupra Born, Tavascan (ab 77 kWh) | – | ja, mit freigegebener Wallbox (laut ADAC wie VW ID.) | Cupra ist Teil des Elli-Angebots | ADAC 07/2025, electrive 06/2026 |
| Cupra Raval | ab Endurance serienmäßig vorbereitet (Adapter nötig), beim Plus über Pakete | – | – | Cupra Pressemappe 05/2026, Preisliste 07/2026 |
| Škoda Elroq, Enyaq (Modelljahr 2027) | ja, 230-V-Steckdose innen und Adapter | mit 85 kWh technisch vorbereitet (ADAC) | – | Škoda Storyboard 03/2026, ADAC 07/2025 |
| Škoda Epiq | ja | ja, mit Ambibox AmbiCHARGE Home 11 kW DC | – | Škoda Storyboard 09/2026 |
| BMW iX3 (Neue Klasse) | – | – | ja, mit E.ON-Tarif | BMW Group 02/2026 |
| Mercedes GLC und C-Klasse (elektrisch) | – | – | ja, mit MB.CHARGE Home Pro Intelligent | Mercedes-Benz Media 10/2026 |
| Hyundai Ioniq 5/6, Kia EV6 | ja | – | – | ADAC 07/2025 |
| Renault 5 | ja | vorbereitet | vorbereitet | ADAC 07/2025 |
„–“ = vom Hersteller bzw. in der genannten Quelle nicht angegeben. Quellen: Volkswagen Newsroom (06.12.2023), electrive.net (23.06.2026), Cupra (Pressemappe Raval 04.05.2026, Preisliste 14.07.2026), Škoda Storyboard (27.03.2026 und 14.09.2026), BMW Group PressClub (09.02.2026), Mercedes-Benz Media (12.10.2026), ADAC (02.07.2025). Maßgeblich ist die Ausstattung des einzelnen Fahrzeugs.
VW ID.-Modelle
Volkswagen hat V2H im Dezember 2023 für ID.-Modelle mit 77-kWh-Batterie und ID. Software 3.5 freigegeben. Im ersten Schritt funktionierte das nur mit dem DC-Heimkraftwerk S10 E Compact von HagerEnergy. Die Batterie wird dabei nicht unter 20 Prozent entladen. Bei rund 15 kWh Tagesverbrauch reicht eine volle Batterie laut VW für etwa zwei Tage. Für V2G kooperiert VW mit der Konzerntochter Elli: Laut electrive gilt das Angebot für Volkswagen, VW Nutzfahrzeuge und Cupra, für MEB-Modelle mit mindestens 77 kWh und Software 3.5 sowie alle Modelle mit ID. Software 6.

Škoda und Cupra
Škoda bringt mit dem Modelljahr 2027 V2L in Enyaq und Elroq. Strom gibt es dann über eine 230-Volt-Steckdose im Innenraum und per Adapter an der Ladebuchse, etwa für Laptop, Kompressor oder Campingausrüstung. Der neue Škoda Epiq beherrscht laut Škoda V2L und V2H. Beim Cupra Raval ist V2L ab der Version Endurance serienmäßig vorbereitet; nötig ist ein Adapter an der Ladebuchse, beim Raval Plus gibt es V2L über Pakete.
Welche V2G-Angebote gibt es für Privatkunden?
Drei Pakete aus Auto, Wallbox und Stromtarif sind 2026 gestartet oder angekündigt. Alle zahlen vor allem für die Zeit, in der das Auto an der Wallbox hängt – nicht für die tatsächlich zurückgespeiste Energie.
| Angebot | Fahrzeuge | Wallbox | Vergütung | Stand |
|---|---|---|---|---|
| BMW + E.ON | BMW iX3 (Neue Klasse) | BMW Wallbox Professional, 11 kW DC | 24 ct je Stunde, max. 60 €/Monat bzw. 720 €/Jahr; plus 40 ct je entladener kWh | bestellbar seit 09.02.2026 |
| Mercedes-Benz + The Mobility House | GLC und C-Klasse elektrisch, weitere per Update | MB.CHARGE Home Pro Intelligent, 11 kW DC, 400 und 800 Volt | je angeschlossene Stunde ohne Obergrenze; bei 12 h täglich mehr als 500 €/Jahr | vorgestellt am 12.10.2026 |
| Volkswagen + Elli | VW, VW Nutzfahrzeuge, Cupra (MEB ab 77 kWh mit Software 3.5 oder mit ID. Software 6) | ChargeLine BiDi (The Mobility House), 11 kW DC, Preis offen | bis 720 € im ersten Vertragsjahr, max. 60 €/Monat, Ladevorgang mind. 3 h | Bestellung Ende 2026 geplant |
Quellen: BMW Group PressClub (09.02.2026), Mercedes-Benz Media (12.10.2026), electrive.net (VW/Elli, 23.06.2026), ADAC (Bidirektionale Wallbox, 26.06.2026). Bonus jeweils nur mit dem Tarif des Anbieters und Smart Meter; Kontingente begrenzt.
Was kostet eine bidirektionale Wallbox?
Deutlich mehr als eine normale Wallbox. Für V2H und V2G brauchen Sie ein Gleichstrom-Gerät (DC), weil der Wechselrichter dann in der Wallbox sitzt. Laut ADAC kosten bidirektionale Wallboxen 2.100 bis über 10.000 Euro, dazu kommt die Installation. Mercedes verlangt für seine Wallbox im Einführungsangebot 1.990 Euro für die ersten 500 Kunden, regulär 2.990 Euro. Die BMW Wallbox Professional kostet laut electrive im Konfigurator rund 2.100 Euro; die ersten 100 iX3-Kunden mit E.ON-Tarif erhalten laut BMW 700 Euro Rabatt auf die Wallbox.
Quellen: ADAC (12.05.2026), Mercedes-Benz Media (12.10.2026), BMW Group PressClub (09.02.2026), electrive.net (09.02.2026). Der TÜV-Verband nannte im Juni 2025 noch 4.000 bis 6.000 Euro für DC-Wallboxen.
Lohnt sich bidirektionales Laden?
Das hängt vor allem davon ab, wie lange Ihr Auto an der Wallbox steht. BMW rechnet vor, dass der Bonus von bis zu 720 Euro im Jahr beim iX3 rund 12.000 bis 14.000 Kilometer Heimladen deckt. Die Rechnung beruht auf einem angenommenen Arbeitspreis von 32,97 ct/kWh und einem WLTP-Verbrauch von 15,1 bis 17,9 kWh/100 km. Dem stehen die Mehrkosten für die DC-Wallbox gegenüber. Wer das Auto tagsüber meist unterwegs hat, erreicht die 250 Ansteckstunden im Monat seltener, die für den vollen Bonus nötig sind.
Quelle: BMW Group PressClub (09.02.2026). Kalkulatorische Herstellerangabe, kein garantierter Wert.
Schadet bidirektionales Laden der Batterie?
Die Hersteller setzen Grenzen, um die Batterie zu schonen. BMW gibt an, dass Schutzfunktionen der Wallbox die Hochvoltbatterie in einem optimalen Betriebsbereich halten; das Ladeziel stellen Sie in der App ein. Volkswagen entlädt bei V2H nicht unter 20 Prozent. Laut ADAC gilt bei VW zudem eine Grenze für bidirektionales Laden von 10.000 kWh oder 4.000 Stunden, die bei intensiver Nutzung in ein bis zwei Jahren erreicht sein kann.
Wie sich die Nutzung auf die Batteriegarantie auswirkt, steht in den Garantiebedingungen des jeweiligen Herstellers. Der ADAC wies 2025 darauf hin, dass die Batterie durch zusätzliche Lade- und Entladezyklen stärker beansprucht wird als im reinen Fahrbetrieb.
Quellen: BMW Group PressClub (09.02.2026), Volkswagen Newsroom (06.12.2023), ADAC (02.07.2025 und 12.05.2026).
Wie geht es weiter?
Mehr Modelle, mehr Wallboxen, einheitlichere Technik. Mercedes will weitere Modelle wie CLA, GLA, GLB und EQS per Software-Update freischalten. Volkswagen plant, das Elli-Angebot später auf weitere Marken und Länder auszuweiten. Die Kommunikationsnorm ISO 15118-20 soll laut TÜV-Verband ab 2027 flächendeckend eingeführt werden; sie soll die Abstimmung zwischen Auto und Wallbox vereinfachen. Wichtig bleibt der Smart-Meter-Ausbau, denn ohne intelligentes Messsystem gibt es kein V2G.
Quellen: Mercedes-Benz Media (12.10.2026), electrive.net (23.06.2026), TÜV-Verband (18.06.2025).

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Häufige Fragen zum bidirektionalen Laden
Was ist bidirektionales Laden?
Beim bidirektionalen Laden fließt Strom in beide Richtungen: Das Elektroauto lädt und gibt Energie aus seiner Batterie später wieder ab. Je nach Ziel spricht man von V2L (an Geräte), V2H (an das eigene Haus) oder V2G (ins öffentliche Stromnetz). Für V2H und V2G brauchen Sie eine bidirektionale DC-Wallbox, für V2G zusätzlich einen Smart Meter und einen passenden Tarif.
Was ist V2G (Vehicle to Grid)?
Bei Vehicle to Grid speist das Elektroauto Strom ins öffentliche Netz zurück und hilft, es zu stabilisieren. In Deutschland gibt es 2026 erste Angebote: BMW mit E.ON für den iX3 (bis zu 720 Euro Bonus pro Jahr), Mercedes für GLC und C-Klasse sowie VW mit Elli, dessen Bestellstart für Ende 2026 geplant ist. Vergütet wird vor allem die angeschlossene Zeit.
Was ist der Unterschied zwischen Vehicle to Home und Vehicle to Load?
Bei Vehicle to Load versorgt das Auto einzelne Geräte über eine Steckdose oder einen Adapter an der Ladebuchse, etwa beim Camping. Bei Vehicle to Home versorgt es das ganze Haus, zum Beispiel abends mit tagsüber gespeichertem Solarstrom. Dafür sind eine bidirektionale DC-Wallbox und ein Energiemanagement im Haus nötig.
Welche Wallbox brauche ich für bidirektionales Laden?
Für V2H und V2G eine bidirektionale DC-Wallbox, die der Fahrzeughersteller freigegeben hat. Beispiele sind die BMW Wallbox Professional (11 kW), MB.CHARGE Home Pro Intelligent von Mercedes (11 kW) und für den Škoda Epiq die Ambibox AmbiCHARGE Home 11 kW DC. Laut ADAC kosten solche Wallboxen 2.100 bis über 10.000 Euro plus Installation.
Welche Autos können bidirektional laden?
V2L bieten unter anderem Hyundai Ioniq 5 und 6, Kia EV6, Renault 5, Cupra Raval (ab Endurance serienmäßig vorbereitet, Adapter nötig) und ab Modelljahr 2027 Škoda Elroq und Enyaq. V2H können VW ID.-Modelle ab 77 kWh mit Software 3.5, Cupra Born und Tavascan sowie der Škoda Epiq mit freigegebener Wallbox. V2G gibt es 2026 für BMW iX3 sowie Mercedes GLC und C-Klasse elektrisch.
Zahlt man beim bidirektionalen Laden doppelte Netzentgelte?
Nein, nicht mehr. Laut ADAC gelten E-Autos seit dem 1. Januar 2026 nach der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes als Stromspeicher. Wer Strom zurückspeist und später wieder lädt, zahlt Netzentgelte nur einmal. Ob auch die Stromsteuer auf rückgespeisten Strom entfällt, wird laut ADAC noch geprüft.
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Stand Oktober 2026. Quellen: Volkswagen Newsroom (12/2023), Škoda Storyboard (03/2026, 09/2026), BMW Group PressClub (02/2026), Mercedes-Benz Media (10/2026), Cupra (Pressemappe Raval 05/2026, Preisliste 07/2026), ADAC (07/2025, 05/2026, 06/2026), TÜV-Verband (06/2025), electrive.net (02/2026, 06/2026). Alle Angaben ohne Gewähr; verbindliche Ausstattung und Funktionen stehen bei jedem Fahrzeug.